Hilfe Über uns Spielregeln Das Projekt RSS/Feeds
Der Living Bridge-Entwurf von Teherani

Der Hamburger Architekt Teherani arbeitet schon seit einiger Zeit an einem Konzept einer Living Bridge über die Elbe. Dieser Brückenentwurf verläuft entlang des Magdeburger Hafens in der HafenCity bis hinüber zum Kleinen Grasbrook und wertet den geplanten Sprung über die Elbe zur begrünten Wohnstraße für Fußgänger auf.

Das sagt Teherani zu seinem Entwurf:
Das Neue und Unbekannte schürt zwangsläufig Skepsis. Immer wieder standen weltweit gerade die Planungen in der Kritik, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit wenig später zum Symbol ihrer Epoche oder zum Wahrzeichen einer Stadt oder eines ganzen Landes wurden.

Das war bei der Golden Gate Bridge vor 70 Jahren nicht anders als beim Eiffelturm zur ersten Weltausstellung in Paris vor fast 120 Jahren oder bei der Rialto-Brücke, dem Wahrzeichen Venedigs, vor mehr als 400 Jahren. Über den Eiffelturm debattierten im Vorfeld der Bauentscheidung sogar Schriftsteller, Maler, Bildhauer und Architekten überaus polemisch:
"Wird die Stadt Paris sich wirklich den überspannten, den geschäftstüchtigen Phantastereien einer Maschinenkonstruktion - oder eines Konstrukteurs - anschließen, um sich für immer zu schänden und zu entehren?" Im vorigen Jahr besuchten den Turm 6,7 Millionen Menschen, mehr als 18.000 pro Tag. Die Golden Gate Bridge befahren pro Tag bis zu 125.000 Autos. Leider wurde die Einsamkeit dieser Brücke aus der Perspektive eines Fußgängers jedoch auch zum Instrument für mehr als 1.300 Selbstmörder.

Mit der Hamburger Living Bridge eröffnet sich eine neue Dimension des Brückenbaus. Sie ist mehr als eine bloße Straßenverbindung über dem Wasser. Sie ist auch mehr als eine in ihre Umgebung stadt- und naturräumlich integrierte Brücke. In einer dritten Epoche des Brückenbaus könnte, erstmalig in dieser Dimension, ein wirklich urbaner, begrünter und belebter fußgängerfreundlicher Brückenschlag über das Wasser gelingen.

Nur der Bautyp Living Bridge schafft zwischen dem Hamburg diesseits der Elbe und dem neuen Hamburg jenseits der Elbe eine Verbindung, die nicht nur Straße, sondern selbst bewohnte und lebendige Stadt ist. Mit allem, was dazugehört: dem Fernblick der Passanten und Bewohner über die Elbe, der dichten Atmosphäre einer windgeschützten und begrünten Fußgängerstraße über dem Wasser; preiswertem Wohnraum mitten in der Stadt - auch für Studenten und Senioren, touristischen Zielen vom Museum über das Hotel bis zum Restaurant, kulturellem Leben von der Kindertagesstätte bis zum Stadtteilzentrum. Nicht der Vergnügungsrummel der englischen Piers, keine rein kommerzielle Nutzung wie beim Ponte Vecchio in Florenz, sondern ein spezifisches Stück Hamburg zur Verbindung der Stadtteile diesseits und jenseits der Elbe auf einem Spaziergang von etwa 10 Minuten. Nicht ohne Grund werden monofunktionale Straßenbrücken dieser Länge, schon aus Gründen der Verkehrssicherheit, dem Autoverkehr vorbehalten. Ohne Living Bridge bliebe die wachsende Stadt Hamburg zwangsläufig durch die Elbe getrennt bzw. allein ein Ziel für Autofahrer.

Die Konzeption der Living Bridge am Rand der Hamburger Skyline, 800 m vor den viel niedriger angelegten und sehr viel dichter konstruierten Elbbrücken des Eisenbahn- und Autobahnverkehrs, sorgt mit einer Durchfahrthöhe von 11,50 m für den Schiffsverkehr für eine störungsfreie Einbindung dieses kleinen Brücken-Stadtteils auf dem Wasser.

Dazu kommt die Symbolkraft dieses Bildes für die wachsende Wohnstadt Hamburgs und das Image einer strahlenden Metropole am Wasser schon aus der Perspektive des Anreiseverkehrs aus südlicher Richtung. Wie die Elbphilharmonie verkörpert auch die Living Bridge das Bild einer innovativen Stadt, die im wahrsten Sinne des Wortes Mittel und Wege findet, um ihre einmalige Lagegunst am Wasser architektonisch zu manifestieren - nicht zuletzt mit 1.000 Wohnungen.

Weitere Informationen zu diesem Entwurf finden Sie hier.


Living Bridge von Teherani













 Zurück zur Übersicht
Benutzername
Passwort
 
Liste aller Teilnehmer